Schreibjahr 2021 Challenge

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Es geht looohoooos!
Und? Seid ihr gut ins neue Jahr gerutscht? Ich fand gut, dass es so ruhig war. Die Katzen fanden das auch gut und möchten den Antrag stellen, dass das auch in Zukunft so gehandhabt wird. ;D

Okay, die Challenge #deinschreibjahr2021 geht los!
Hier ist der erste Beitrag von meinereiner in meinem Blog.
Es geht um Ziele. Gute Vorsätze? Meh, nee, die lassen wir lieber. :D
Den Link zum Artikel, findet ihr in meinem Profil.
Habt einen schönen Tag.

 

 

Plotten ist so ein Thema. Eigentlich viel zu umfangreich für einen Instagram-Post.
Vielleicht werde ich darüber mal bei Gelegenheit einen Blogpost schreiben. Aber einen kurzen Abriss kann man ja mal machen.

Also im Grunde bin ich kein Plotter. Obwohl jeder irgendwo plottet. Und sei es nur im Kopf. Was für mich gar nicht geht sind strikte Systeme, in die ich meine Story hineinpressen soll.
Kudos, wer das kann und für wen es funktioniert. Aber bei mir passiert etwas, wenn ich von Anfang an weiß, was mit meinen Figuren passiert: Es interessiert mich dann nicht mehr, was mit ihnen passiert und ich hab keinen Lust mehr, zu schreiben.

Ich bin das, was man in NaNoWriMo-Jargon einen Pantser nennt.
Kommt von ›pants‹ Hose. Man rutscht auf dem Hosenboden durch seine Geschichte, einfach so, auf gut Glück.
Wobei auch das nicht ganz korrekt ist. Ein wenig Planung betreibe ich ja auch.
Also eigentlich bin ich ein Plantser? Ja, das bin ich wohl. Zum Glück kann man alles mischen.

Ich brauch sowohl das Unentdeckte, damit es mir überhaupt Spaß macht, die Geschichte zu schreiben, als auch ein bisschen Struktur, damit ich weiß, wo ich hin schreibe.
Aber das ist alles sehr offen und kann sich jederzeit ändern. So bleibt es wenigstens spannend. *schielt ihr neustes Manuskript böse an* So, so spannend … ??

 

Gemeinsam ein Buch schreiben?

Uff, ehrlich gesagt, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Ja, ja, es gibt Schriftsteller-Duos oder sogar Teams, die zum Teil auch echt erfolgreich sind. Aber ich weiß echt nicht, wie die das machen. Oder sich organisieren.
Könnte mir vorstellen, wenn einer plottet und einer schreibt? Oder abwechselnd? Wie macht man das dann mit der Stimme? ?

Also in Kurz: Nee, hab ich nicht und weiß auch nicht, ob ich das hinbekommen würde. ?‍♀️

Und ihr so? Könntet ihr das?

 

Prokrastination – Aufschieberitis
Ja, die hab ich manchmal. In allen Lebensbereichen. Es gibt Sachen, die mach ich so ungern *hustSteuerhust*, dass ich sie aufschiebe, bis es nicht mehr geht und dann muss es einfach erledigt werden und wenn es erledigt ist, dann fragt man sich, was denn nun so schlimm war und warum man sich das nicht schon viel länger vom Hals geschafft hat.

Prokrastination ist nämlich auch unangenehm.
Es kostet tatsächlich oft mehr Energie, eine Aufgabe zu ignorieren und mit den Schuldgefühlen, warum man das jetzt nicht macht, klarzukommen, als es verdammt nochmal zu erledigen. Menschen sind komische Viecher.

Aber ist es immer Prokrastination oder braucht man einfach mal eine Pause?
Auch das kann passieren. Manchmal fühlt es sich an, als wolle man sich nur drücken, aber in Wirklichkeit braucht man mal eine Auszeit. Gerade nach letztem Jahr – in dem ich echt nicht sehr produktiv war – und mit einem frischen Jahr vor uns, das sicher auch nicht völlig easy-peasy wird, muss man sich manchmal eingestehen, dass man nicht so okay ist, wie man das gerne hätte.
Dann hilft es auch nichts, sich selbst Vorwürfe zu machen. Atmen ist gut. Atmen hilft meistens. Und dann einfach keinen Druck machen und wieder ransetzen.

Also seid gut zu euch und erlaubt euch auch mal ein bisschen das Faulenzen. Das tut euch gut.

(Da hab ich vergessen ein angepasstes Bildchen zu machen … ?)

Heute reden wir über Motivation.

Gar nicht so einfach.
Das sind sehr verschiedene Dinge, die mich motivieren. Und auch die würden nichts nutzen, wenn nicht die Umstände so stimmen würden. Fakt ist, dass ich zwanzig Jahre nicht wirklich was zu Papier gebracht habe. Erst als ich die Freiheit hatte, mich darauf zu konzentrieren, konnte ich damit anfangen.

Warum ich das mache? Weil ich Geschichten schreiben/erzählen will. Warum will ich das? Ich glaube, Geschichten sind das urmenschlichste überhaupt, das es gibt. Wir sind – soweit mir bekannt ist – einzige Geschichten erzählende Spezies. Es gibt Untersuchungen, dass Fiktion die Wirklichkeit beeinflusst, lesen empathischer macht, dass man sich selbst an den Idealen der fiktionalen Helden misst, in Situationen ggf. sogar so reagiert wie diese.
Geschichten machen Wirklichkeit.
Sie helfen aber auch, die notwendigen Pausen von der Wirklichkeit zu nehmen.
Sie sind lebenswichtig.

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich neben der Wissenschaftsfeindlichkeit auch die Kunstfeindlichkeit aufblühen sehe. Ohne Kunst sind wir nichts. Ohne Filme, Bücher, Spiele – all diese Dinge werden von Menschen erschaffen, deren Arbeit oft nicht als richtige Arbeit anerkannt wird.
Stellt euch die ganzen Shutdowns ohne Lesen und Netflix vor. Wer denkt, dass Kunst nichts wert ist, dem sollte man sie mal für ein Jahr wegnehmen.

Schreiben ist reale Magie.
Worte sind Magie.

Ja, das glaub ich und das motiviert mich. Ich kann die Welt nicht retten, aber ich kann vielleicht jemandem, den Stress des Tages leichter machen, oder einem Kind ein dickes Einhorn in den Kopf setzen, das es lustig findet.

I am a word witch. :)

 

Der Schreibort

Also normalerweise hab ich ja ein Arbeitszimmer.
Ich meine, ich hab das immer noch, aber es muss renoviert werden. Wirklich ›muss‹. Dort leben noch die 80er an den Wänden und irgendwann muss die alte Tapete echt mal runter. Und der uralte Teppichboden raus.
Das dauert aber natürlich alles seine Zeit und daher sitze ich momentan hauptsächlich auf der Couch. Mach ich ansonsten auch ab und zu mal. Zur Abwechslung ist das ganz nett. Wenn es allerdings die einzige Alternative ist – not so much.
Ich merke es an den Verspannungen, ugh. Wenn im Büro alles fertig ist, gönne ich mir vielleicht sogar so einen richtig geilen Gamer-Stuhl mit Fußstütze. Als Schreibtischtäter muss man echt auf seine Fitness und Körperhaltung achten.
Ansonsten schreib ich im Sommer manchmal nachts auf dem Balkon. Das ist dann schön, endlich eine erträgliche Temperatur, paar Kerzen an, Grillengezirpe und ab und zu raschelt was durch den nächtlichen Garten.
Also was den Schreibort angeht, bin ich eher langweilig. Hab noch nie in einem Café geschrieben, fände ich auch irgendwie lästig meinen ganzen Kram mitzuschleppen. Und jetzt ginge das ja sowieso nicht.
Egal, wo man schreibt, die Hauptsache ist doch, man kann es überhaupt. Whatever floats your boat. :)

 

Wort vs. Zeichen
Warum zähle ich überhaupt in Wörtern? Zählen Autoren nicht in Zeichen?

Jain. Verlagsautoren werden euch ihren Fortschritt meistens in Zeichen angeben. Wo ist der Unterschied? Ein Zeichen ist alles. Jeder Buchstabe, jedes Satzzeichen, jeder Leerschritt.
Warum macht man das? Es gibt etwas, das sich Manuskriptstandardseite nennt. Verlage benutzen die, um a) besser editieren zu können – die Standardseite hat eine Menge Platz zwischen den Zeilen und rund um den Schriftblock für Notizen und b) um die tatsächliche Buchseitenzahl genau zu sehen. Eine Standardseite ist für gewöhnlich auch eine Buchseite (das kommt natürlich immer auf den Satz an und das Format und und und …)

Als Selfpublisher ist mir die Zeichenzahl echt schnuppe. Ich habe auch viel eher ein Gefühl für die Wortmenge im Verhältnis zur Dicke des fertigen Buchs. Außerdem wurde ich durch den NaNoWriMo und den Kontakt mit vielen amerikanischen Schreibern sozialisiert und dort benutzt jeder die Wortanzahl, meist mit dem mysteriösen k dahinter. 50k? Simpel – das K steht für Kilo steht für 1000 und ja, Amis haben ein etwas merkwürdiges Verhältnis zum metrischen System.
Also sind die 90k, die ich für mein aktuelles Projekt anstrebe 90 000 Wörter. Gibt was über 300 Seiten in dem Format, das ich für Print wähle. Ist schon was.

So und wo stehe ich momentan? Bei Torschluss gestern hab ich 8535 Wörter im Januar geschrieben. Das ist nicht viel. Klingt viel, aber verteilt sich auf diverse Projekte, unter anderem das hier, den Blog, eine Shortstory-Challenge und mein aktuelles Manuskript.
Wenn es richtig gut läuft, schaff ich so 2 bis 3k am Tag. Einmal hab ich 8k geschafft, aber das war … anstrengend.
Im Augenblick editiere ich vorhandenes Material und da kommt manchmal was dazu, manchmal fällt was weg. Sobald ich wieder ans ›frische‹ Wörter schreiben gehe, steigt der Count.
Ich habe auch ein Jahresziel an Wörtern, das ich erreichen möchte, aber das ist ein bisschen ehrgeizig angesetzt. *lol*

Ansonsten bin ich im Moment zufrieden damit. Es wird. :)

 


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Auf Grund der Vielfalt des Themas gibt es heute einen Blogpost dazu auf meiner Seite. https://sabineosman.de/
(direkter Link im Profil)

Da rede ich ein bisschen über Schreibblockierung, Planungsblockierung und Autoren in der Katzenkiste.

 

Das nächste Thema ‚Charakterentwicklung‘ hab ich in einem kleinen IG-TV Video angerissen.

Ehrlich?
Keine Ahnung.
Die einfachste Antwort ist: von überall her.
Man muss seinen kreativen Brunnen aus allen möglichen Quellen immer wieder auffüllen. Oder sollte ich es besser ›kreativen Komposthaufen‹ nennen? Denn so fühlt es sich manchmal an. Bei manchen Ideen weiß ich, wo ich sie herhabe, aber sie kommen sehr verändert wieder hervor. Bei manchen hab ich keinen Schimmer.
Es ist ein ziemlich spannender Prozeß.

Das ist wieder eine sehr individuelle Sache und vorneweg: Was auch immer für euch funktioniert ist gut. Folgendes ist nur meine Meinung und Erfahrung.
Word ist eine glorifizierte Schreibmaschine, aber kein Schreibprogramm für Autoren. Ja, viele benutzen es, und ja, das mag auch funktionieren, wenn man sehr gradlinig schreibt. Also wirklich am Anfang anfängt und durchzieht bis zum Ende. Ist vielleicht was für gute, organisierte Planner.

Ihr kennt mich so ein bisschen, organisiert ist nicht mein Lebensmotto.

Auch mit der Hand schreiben ist nicht meins. Ich bin tatsächlich die fast papierlose Autorin. Erstens könnte ich meine Handschrift an Tag 3 nach Niederschrift selbst nicht mehr entziffern (ich mein das ernst, Notizen aus der Schule musste ich immer am gleichen Tag ins Heft übertragen, sonst war Pompeii verloren) und vor allem: Ich kann nicht schnell genug mit der Hand schreiben, um meinen Gedanken hinterherzukommen. Tippen kommt da schon wesentlich näher dran.

Auch Korrekturen und Edits mach ich direkt im Projekt. Ich hebe so gut wie keine Vorversionen auf, weggeworfene Kapitel sind im Müll, okay, aber ich hab keine drei oder vier Re-writes vom gleichen Manuskript rumfliegen.

Und weil ich so arbeite ist für mich das einzig wahre Schreibprogramm Scrivener.
Es kommt meiner Arbeitsweise extrem entgegen und lässt mich Kapitel schieben, hin und her springen, Kapitel teilen oder mergen … alles, was ich brauche. Dabei ist das Programm so vielfältig, dass ich vermutlich kaum 10% davon nutze. Es kann große Textmengen handeln, gibt die Manuskripte im Wunschformat aus und ich kenne Kollegen, die organisieren ihre langen Serien in Scrivener und haben alles auf einen Blick.

Für mich unschlagbar. Wer sich dafür interessiert (nein, ich bekomme keine Prozente, ich sag das aus Überzeugung), der kann auf der Seite von Literature & Latte nachsehen. Scrivener ist nicht teuer, bietet eine 30 Tage Vollversion Demo und wer einen NaNoWriMo oder ein NaNo-Camp mitmacht, bekommt noch satt Rabatte zwischen 20% und 50%, glaub ich. Jedenfalls war das damals so, als ich mir nach einem Camp in 2012 das Programm gekauft habe.

(Ja, ich weiß, dass es Papyrus gibt. Nein, Papyrus hat mich aus einigen Gründen nicht überzeugt.)

Vorbilder …
Mmh, mh, mh ….

Ich habe keine.
Das heißt nicht, dass es keine Autor:innen gäbe, die ich nicht für großartig halte. Aber ich war nie der Typ für Heldenverehrung, ich hab auch nicht wirklich irgendwelche Kindheitshelden oder so. Natürlich lese ich manchmal Bücher und denke: Wow, das möchte ich auch können, wenn ich groß bin. Aber ich denke dann nicht, dass dieser eine Mensch, das absolute Mega-Vorbild ist, dem ich nacheifern möchte.

Es gibt aber etwas anderes, nach dem ich strebe. Und das hat mit Gefühlen zu tun.
Ich weiß oft noch, welches *Gefühl* ich bin Lesen eines bestimmten Buches hatte. Es gab Bücher, da wäre ich am liebsten zwischen die Seiten geklettert. Oder wie sehr ich manche Figuren als ›echt‹ empfunden habe, wie sehr sie wie Freunde waren, nicht wie fiktive Gestalten, die auch lange nach dem Lesen in meinem Kopf leben. All das, was diese Bücher hervorrufen können – danach strebe ich.
Ich möchte in meinem eigenen Schreiben fähig sein, bei meinem Lesern ebensolche Gefühle hervorzurufen. Das ist mein Ziel, nicht die nächste Verson von ›Frau Superbestsellerautorin X‹ zu sein.

Selbstverständlich gibt es Autoren, die ich bewundere und liebe, das ist aber etwas anderes und da schreib ich dann ein anderes Mal drüber.

So, das war es wohl schon mit der ›Dein Schreibjahr Challenge‹.
Hat tatsächlich Spaß gemacht und ich bin schon so ein bisschen stolz, dass ich dabei geblieben bin (und auch auf meine hübschen Bildchen *grins*).

Jetzt wäre der Monatsrückblick also fällig.
Ja. Alles in allem lief der Januar deutlich besser, als ich es erwartet hatte. Muss man sagen. Auch wenn ich bei meinem derzeitigen Manuskript wieder ein wenig ins Stocken gekommen bin, geht es auch dort voran und ich bin jetzt bei 2/3 vom Rohentwurf. Meinen Newsletter hab ich – trotz einiger technischer Probleme – wieder zum Laufen gebracht und heute geht die erste Mail seit 2018 raus.

Andere Bereiche hab ich noch nicht wieder so im Griff. Besonders Sport und Meditation nicht. Aber das wird auch noch, wir wollen ja nicht alles übers Knie brechen und brauchen auch noch ein bisschen Raum, uns zu entfalten. (Oder zu entknittern, bin ja jetzt in dem Alter, wo man anfängt recht krumpelig zu werden *lol*).

Ein paar der Challenge-Themen z.B. Vorbilder, schreit nach ausführlicherer Behandlung, vielleicht kommt da im nächsten Monat eine kleine Serie mit meinen alten Lieblingsbüchern?
Auch über Plotten und Charakterentwicklung könnte man sehr viel mehr sagen, ebenso über Schreibtechnik usw.

Mal sehen, vorläufig wird der Feed aber vermutlich zum Standardprogramm zurückkehren: Kaffee und Katzen. Damit könnt ihr dann hoffentlich auch leben. ;)

Vielen Dank fürs Lesen, Liken und Kommentieren.
Ich wünsche euch happy writing und happy reading!