Was ich durch die Arbeit an ‚Die Leichentuchweberin‘ gelernt habe

Es ist ja nun nicht zu übersehen, dass ich ein Buch veröffentlicht habe. *pfeif*

Natürlich lernt man eine Menge bei seinem ersten Buch. Viele Dinge an die man gar nicht gedacht hat, stellen plötzlich ein Problem dar und manchmal ist man ganz überrascht, wie man das am Ende doch hinbekommen hat.

Ich habe gelernt, dass Schreiben wirklich harte Arbeit ist

Ein Allgemeinplatz, den man von Schriftstellern ständig hört?
Ja, aber ein wahrer. Wer zweifelt, ziehe es einmal im Leben selbst durch und wird merken, dass Schreiben eine Menge von einem fordert.

Ich mag es aber auch nicht, wenn diese prätentiösen Quotes herumgehen von wegen: Ah, weh mir, ich tief-sensibler Künstler, zu schreiben ist die härteste Arbeit auf der ganzen Welt.
(Seriously? Dann versucht es mal als Minenarbeiter in Afrika, in handgebuddelten ungesicherten Löchern. Dann sprechen wir uns nochmal.)
Aber genauso falsch sind die unqualifizierten Meinungen von Leuten, die Schriftstellerei für gar keine Arbeit halten. Oder schreibendes Volk mit einem „Ach da hast du ja ein schönes Hobby“ herunterwürdigen.

Können wir uns darauf einigen, dass Schreiben eine richtige, echte Arbeit ist? Und dass alle Leute, die darauf herablächeln, nicht nachgedacht haben? Denn alle Bücher, Magazine, TV-Shows, Filme – all diese Dinge, die sie sicherlich gerne konsumieren, die wurden von jemandem geschrieben.
Im Namen der schreibenden Zunft: Gern geschehen.

Das Schreiben ist nicht unbedingt der schwerste Teil daran

Ja, man steckt manchmal fest. Oder weiß nicht wie es weitergeht. Oder man muss sich zwingen etwas fertig zu machen, auch wenn man keine Lust dazu hat. Aber was noch viel schlimmer ist, ist das alles zu korrigieren und zu editieren. Glaubt mir, egal wie toll euch eure eigene Geschichte gefallen hat, nachdem ihr sie fünfmal durchgeprüft habt, könnt ihr sie nicht mehr sehen.

Editieren ist wirklich tough. Also solltet ihr Schreiber in eurer Nähe haben und die befinden sich in diesem Stadium, seid nett, schenkt ihnen mal ein Stück Schokolade oder so. ;)
Oh und bitte nicht fragen, wann es denn endlich fertig ist. Das könnte zu Weinkrämpfen und Zusammenbrüchen führen.

Niemand ist eine Insel

Und niemand kann sowas komplett alleine machen. Man hat immer ein Support-Team. Sei es die Familie, die einen ermutigt, oder Freunde, die das toll finden. Oder die vielen coolen Leute im Internet, die bereitwillig ihr Wissen teilen, damit nicht jeder neu-geborene Self-Publisher von vorne anfangen muss. All denen gilt mein Dank, denn ob ich das sonst so geschafft hätte, bezweifle ich. Es gibt viele Momente, in denen einen das rein Organisatorische der Arbeit so abnervt, dass man die Lust verlieren könnte.

Aber nur könnte, denn…

Schreiben ist der mit Abstand geilste Job, den ich je hatte

Ich wollte das schon als junger Mensch für mich haben. Und auf irgendeine Weise habe ich immer geschrieben. Wenn auch viele Jahre lang nur Tagebuch, da mir die Kraft zu anderen Dingen einfach fehlte. Aber es jetzt sein und leben zu können, das ist das Beste, das ich mir jemals hätte vorstellen können. Ein lebenslanger Traum, der für viele Jahre zwischendurch schon zu den Akten gelegt war, ist jetzt wahr geworden. Und das macht all die Anfälle, die man als Schriftsteller zwischendurch so hat, mehr als wett.

Ich meine, ich hab ein Buch geschrieben! Wie geil ist das denn?!
Und noch besser, ich werde noch viel mehr schreiben!

Hab ich eine Moral für den geneigten Leser?
Weiß nicht. Vielleicht, dass Träume manchmal auch wachsen und reifen müssen, dass man aber niemals nie sagen sollte. ;)

writer towel

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